Konzept

DiCo-Familien Welcomee Gruppe der UMA ist nicht über einen Kamm zu scheren, sie unterscheiden sich in Fluchtursachen, Grad der Traumatisierung, Ethnie, Religion und Kultur sowie Integrationswillen erheblich. Diesen Unterschieden sollten die Angebote Rechnung tragen ohne die finanziellen Konsequenzen aus den Augen zu verlieren.

Co-Familien für unbegleitete minderjährige Ausländer

  • sozial betreutes Wohnen und Unterstützung durch die Co-Familie
  • Schulung und Begleitung der Co-Familie
  • Zielgruppe
  • Leistungsumfang

Nach Beendigung des Clearings und einer Anfrage durch das zuständige Jugendamt benennen wir aus unserem Pool der Co-Familien eine nach Ethnie, Religion und Gruppenzugehörigkeit mögliche passende Familie. Der junge Mensch zieht in eine eigene (durch den Verein) angemietete Wohnung. Ab jetzt werden junger Mensch und die Co-Familie gemeinsam und getrennt sozialpädagogisch begleitet. Für die Co-Familien stehen außerdem begleitende Schulungen sowie für die jungen Menschen und die Co-Familien begleitende Gruppenangebote zur Verfügung. Der junge Mensch wird von uns – je nach Betreuungsschlüssel- in einem Umfang von 2 bis 4 Stunden in der Woche zusätzlich begleitet.

Eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für Notfälle steht zur Verfügung.

Der Verein hält einen Pool an geeigneten Co-Familien vor. Diese werden vorrangig unter Migrantinnen und Migranten akquiriert und zuvor auf ihre Eignung überprüft. Vor der Aufnahme eines jungen Menschen wird die Familie durch eine Grundschulung auf ihre Aufgaben und die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen vorbereitet.

Insbesondere die erste Phase wird durch den Verein engmaschig begleitet, um Fehlentwicklungen von vorneherein vorbeugen zu können.

Schulung

Während die Co-Familie für den jungen Menschen zuständig ist, werden weitere regelmäßige Schulungen stattfinden. Die weiterführenden Schulungen gliedern sich in grundlegende theoretische Ansätze sowie angeleitete Reflexion der eigenen Haltung und deren Entstehung.

Das Schulungscurriculum beinhaltet die Themen

  • Jugend und Pubertät,
  • Kultursensibilität,
  • Trauma,
  • Nähe und Distanz,
  • eigene Erwartungen,
  • Wissen über Ethnie,
  • Religion und Herkunftsländer,
  • Asylrecht,
  • Rechte unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge,
  • Schule und Ausbildung,
  • Integration

die durch eine Mischung aus Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch für die Familien greifbar gemacht werden.

Gruppenangebote

Außerdem gibt es Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch in Bezug auf Themen, welche den Alltag praktisch beeinflussen. Wo bekommt man welche Unterstützung, welche Angebote gibt es, wie kann man den Alltag gemeinsam strukturieren, wieviel erwarten wir voneinander? Hierzu finden Angebote für die Co-Familien, für die Jugendlichen und mit allen gemeinsam statt.

Das Angebot richtet sich an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Abschluss der Clearingphase ab 16 Jahre. Die jungen Menschen verfügen über ein für ihr Alter hohes Maß an Selbständigkeit, suchen aber gleichzeitig Familienanschluss. Sie haben ein Interesse an einer schulischen und/ oder beruflichen Ausbildung und daran, die deutsche Sprache zu erlernen. Ihr Ziel ist ein längerfristiger Aufenthalt in Deutschland.

Voraussetzungen

  • Der Unterstützungsbedarf im Bereich Regeln setzen, Alltagsstruktur einhalten und der eigenen Grundversorgung (Hygiene, Essen, Sauberkeit und Ordnung) ist eher gering bzw. kann durch geringe nicht-professionelle Unterstützung (durch die Co-Familie) abgedeckt werden.
  • Die jungen Menschen sind grundsätzlich bereit, Unterstützung durch die Co-Familie und durch die Profis anzunehmen und wollen auch an Gruppenangeboten teilnehmen.
  • Die jungen Menschen sind bereit, sich in Krisenfällen an die Co-Familien bzw. an die Profis zu wenden.

  • Akquise und Schulung der Co-Familien
  • Sozialpädagogische Begleitung des jungen Menschen
  • Beratung und Begleitung der Co-Familie in rechtlichen, erzieherischen, (entwicklungs-) psychologischen und alltagspraktischen Fragen
  • Regelmäßige weitere Schulungsangebote für die Co-Familien
  • Regelmäßige Gruppenangebote für Co-Familien und junge Menschen
  • Bereitstellung eines geeigneten Wohnraums, Unterstützung bei Einrichtung und Gestaltung, ggf. Renovierung
  • Unterstützung des jungen Menschen bei der Integration (zum Teil durch die Co-Familien)
  • Unterstützung in rechtlichen Angelegenheiten, Behördengängen, ggf. Übersetzungshilfen,
  • Entwicklung einer schulischen und beruflichen Perspektive,
  • Entwicklung einer (realistischen) Zukunftsvorstellung und Unterstützung bei der Erreichung,
  • Vermittlung weiterer unterstützender Hilfen (Sprachkurse, (Sport-) Vereine, Nachhilfe, Praktika, Gesundheitsfürsorge, therapeutische Unterstützung)
  • Unterstützung beim Übergang in die Selbständigkeit bei Volljährigkeit.