Fremdunterbringungsvermeidung

Die sozialpädagogische Familienhilfe zur Fremdunterbringungsvermeidung arbeitet idealtypisch in 3 Phasen.

  • Aktivierung
  • Kompetenzaufbau
  • Stabilisierung

Dabei wird in einer ersten Phase vorrangig aktivierend und ressourcenstärkend gearbeitet – im Rahmen dessen erfolgt auch der Beziehungsaufbau und eine weitere Klärung von Motivation, Mitarbeitsbereitschaft und Konkretisierung der Ziele. Die Krise der drohenden Fremdunterbringung wird dabei als erster Motivator genommen.

Am Ende dieser Phase steht ein erstes Hilfeplangespräch, in dem das weitere Vorgehen beleuchtet wird.

Durchschnittliche Dauer: 12 Wochen

In einer zweiten Phase werden dann entlang der Ziele und Aufträge der Handlungsspielraum der Familie erweitert, die Familienmitglieder an niedrigschwellige Angebote angebunden sowie an familiendynamischen Aspekten, Erziehungs- und Alltagskompetenz gearbeitet. Weitere auftretende Krisen werden dabei als Anlass genommen, zusätzliche Kompetenzen aufzubauen und das Selbstbewusstsein der Familienmitglieder zu stärken. Soweit möglich, werden auch Personen aus dem weiteren Familienumkreis sowie andere Personen aus dem sozialen Umfeld einbezogen.

In dieser Phase sollten die Familien wieder – oder vielleicht zum ersten Mal – intensiv die Erfahrung der Selbstwirksamkeit machen.

Während dieser Phase finden regelmäßige Hilfeplangespräche statt. Die Phase endet mit einem Hilfeplangespräch.

Durchschnittliche Dauer: 40 Wochen

In der letzten Phase der Hilfe erfolgt die Stabilisierung – langsame Reduktion der professionellen Unterstützung, Erprobung des Erarbeiteten im Alltag und in Krisen, gemeinsame Ausarbeitung eines Notfallplans.

Durchschnittliche Dauer: 12 Wochen

Eine SPFH zur Vermeidung von Fremdunterbringung sollte in der Regel 12 bis 18 Monate dauern.

Wir gehen davon aus, dass bei dieser Hilfeform eine besonders enge Hilfesteuerung erforderlich ist. Im Rahmen der Hilfeplanung wird insbesondere im Hilfeplangespräch nach 6 Monaten überprüft, ob das Ziel der Fremdunterbringungsvermeidung als erreichbar einzuschätzen ist.