Rückführungsbegleitung

Der Rückführungsprozess –
4 PRückführungsbegleitunghasen

Die Rückführungsbegleitung gliedert sich in 4 idealtypische
Phasen, die je nach Vorplanung der Rückführung, Umfang des Unterstützungsbedarfs und Größe der Familie unterschiedlich lang ausfallen können. Dabei haben alle Beteiligten zu jedem Zeitpunkt des Prozesses, die Möglichkeit, die Hilfe bzw. den Rückführungsprozess zu beenden.

  • Begegnung und Perspektiventwicklung
  • Anbahnung und Intensivierung
  • Rückführung
  • Stabilisierung und Beendigung

In dieser Phase erfolgen das Kennenlernen, die Eruierung der Wünsche aller Akteure, insbesondere der Familie sowie der Abschluss eines Arbeitsbündnisses.

Gemeinsam mit der Einrichtung/ den Pflegeeltern, der Herkunftsfamilie, je nach Alter dem Kind/ Jugendlichen und dem PKD und/ oder dem ASD wird eine Planung erstellt. Diese sollte folgende Aspekte umfassen:

  • eine zeitliche Perspektive für die Rückführung
  • Planung von Besuchs- und Umgangskontakten
  • Ziele und Aufträge/ Auflagen für die Herkunftsfamilie und das Kind
  • Klare Absprache unter den Fachkräften zu Aufgaben und Zuständigkeiten

Ggf. erfolgt diese Erarbeitung in mehreren Terminen, in denen auch überprüft wird, wie realistisch die Rückführungsperspektive ist, bzw. wie hoch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit durch Eltern bzw. jungem Menschen und ob auch alle Beteiligten wirklich eine Rückführung wollen.

In Absprache mit allen Beteiligten wird dabei ein Plan entwickelt, wie Belastungserprobungen stattfinden – welche Besuchskontakte sind wann möglich? Wie werden diese vor- und nachbereitet und begleitet? Welche Unterstützungsmöglichkeiten brauchen Familie und Kind durch einen ambulanten Träger oder ggf. andere Hilfen.

Durchschnittliche Dauer: 6 Wochen

In dieser Phase sollte intensiv an den Kompetenzen der Herkunftsfamilie gearbeitet werden. Hierzu können gehören:

  • Begleitete Umgangskontakte
  • Elterntraining
  • Coaching in Erziehungssituationen
  • Erarbeiten eines Familienregelwerks
  • Gestaltung der Rahmenbedingungen für eine Rückführung
    • Schule
    • Wohnung
    • Beantragung von Leistungen
    • Betreuung
  • Arbeit mit Geschwistern und der Gesamtfamilie
  • Aktivierung von Ressourcen im familiären und sozialen Umfeld sowie im Sozialraum
  • Anbindung an therapeutische Leistungen
  • Reflektion von Erwartungen

Durchschnittliche Dauer: 16 Wochen

In einem klar definierten Zeitfenster findet die eigentliche Rückführung statt. Direkt vor und nach dem Umzug wird die Hilfe intensiviert, um den Übergang zu begleiten und auftretende Konflikte und Schwierigkeiten direkt aufzugreifen und Lösungen zu entwickeln.

In dieser Phase ist es sehr wichtig – insbesondere um Erfolge der Fremdunterbringung beim jungen Menschen zu sichern – direkt einem Rückfall in alte Verhaltensmuster entgegenzuwirken. Außerdem müssen die Auswirkungen auf das Gesamtfamiliensystem im Blick behalten werden. In der Regel wird in dieser Phase die Rufbereitschaft notwendiger Bestandteil der Hilfe sowie auch eine regelmäßige und enge Überprüfung des Kindeswohls notwendig.

Durchschnittliche Dauer: 6 Wochen

Nach der eigentlichen Rückführung beginnt die Phase der Stabilisierung. In einem klar definierten Zeitraum (die genaue Dauer ist vom Einzelfall abhängig) wird die Familie darin begleitet, ihr eigenes Familienregelwerk einzuhalten, gelerntes Erziehungsverhalten und Kompetenzen zu habitualisieren, die Rollen innerhalb der Familie wahr- und ernstzunehmen, einen Familienalltag zu leben und Maßnahmen für Krisen und Notfälle zu entwickeln.

Durchschnittliche Dauer: 16 Wochen

Nach der Beendigung der Rückführung endet die Hilfe „Rückführungsbegleitung“. Wenn noch eine weitere Hilfe in der Familie notwendig ist, sollte dies bewusst von einem anderen Anbieter übernommen werden, um auch der Familie klar zu signalisieren, dass die Rückführung beendet ist.

Insgesamt sollte der Prozess der Rückführungsbegleitung 8 bis 12 Monate dauern.

Eine Rückführung kann an jedem dieser Punkte scheitern und eine erneute Fremdunterbringung notwendig werden. Wir begleiten die Familie auch in diesem Prozess, unterstützen die Ablösung und entwickeln eine Perspektive, wie die Eltern unter diesen Bedingungen weiter Eltern sein können.